Wissen zwischen Büchern

Zeugenschaft und Widerstand in der ukrainischen Lyrik
05.11.2026 –, Stadtteilbibliothek Alt-Treptow Manfred Bofinger (Treptow-Köpenick)

Wie kann das Gedicht als ästhetischer Einspruch Unrecht dokumentieren und vermitteln? Ein Dialog über die Widerstandskraft ukrainischer Literatur.


Die Lyrik von Vasyl’ Stus, der 1985 im sowjetischen Gulag verstarb, und Viktorija Amelina, die 2023 einem russischen Raketenangriff erlag, wird bei dieser Veranstaltung in ausgewählten Texten präsentiert und kontextualisiert. Ihr Schreiben ist kein passives Erdulden, sondern wehrhafte Intervention gegen die russische Auslöschungspolitik. Die Lesung führt ihre Stimmen zusammen und beleuchtet die Macht der Sprache, die Kontinuität ukrainischer Selbstbehauptung sowie das Weiterleben ihrer Kultur.

Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich

Von Künsten wird öffentlich erwartet, dass sie Stellung beziehen und sich in gesellschaftliche und politische Prozesse einmischen. Sie sollen sich zu globalen Machtverhältnissen oder den Menschenrechten verhalten, Herausforderungen wie den Klimawandel, Kriege und Krisen kritisch betrachten. Der Sonderforschungsbereich (SFB) "Intervenierende Künste" befragt die Künste dazu und erforscht, wie Kunstschaffende und Kulturinstitutionen zu diesen Erwartungshalten stehen. Muss Kunst heute politisch sein? Will sie es überhaupt? Wo ist die Grenze zum Aktivismus? Sind das vielleicht gar keine neuen Entwicklungen, sondern ist Kunst schon immer eine intervenierende Praxis gewesen? Und was können künstlerische Interventionen heute leisten?

Diese(r) Vortragende hält außerdem: